Fotos: Rietmann, Verlag am Goetheanum, Stadtarchiv Soest, Bildarchiv

Die Idee

Die Idee eines "Erfahrungsfelds zur Entfaltung der Sinne" beruht auf den künstlerischen und pädagogischen Überlegungen von Hugo Kükelhaus (1900–1984). Wie Rudolf Steiner (1861–1925)in seiner allgemeinen Sinneslehre ging er dabei von mehr als den klassischen fünf Sinnen aus. Als Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Sinnesorgane – der Tore zur Welt – betrachtete Kükelhaus die Sinnestätigkeit selbst. Er schreibt: "Die Entwicklung des Menschen wird von derjenigen Umwelt optimal gefördert, die eine Mannigfaltigkeit wohldosierter Reize gewährleistet (…) Die Vielgestaltigkeit der Umwelt ist Lebensbedingung."

Die Idee, ein Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne als Werkstatt für behinderte Menschen zu betreiben, stammt vom geschäftsführenden Vorstand der Einrichtung, Dieter Einhäuser. Seit 2002 hat er die Vision einer Begegnung auf Augenhöhe von behinderten und nicht-behinderten Menschen vorangetrieben. Dabei tragen nicht nur die "wohldosierten Reize" bei Menschen mit körperlichen und seelischen Einschränkungen zu einer gesunden Entwicklung bei. Die vielfältigen behindertengerechten Arbeitsplätze bei EINS+ALLES helfen ganz entscheidend, Berührungsängste abzubauen – auf beiden Seiten. Das Feld der Sinneswahrnehmung schafft nicht zuletzt relative Gleichheit unter den Menschen. Mal ist der eine flinker, mal der andere aufmerksamer. Behinderung wird oft sogar zur entscheidenden Fähigkeit: denn wer könnte besser durch das Dunkel führen als der Blinde?